Angeln in Norwegen

Norwegen, tipps und Ratschläge für Angler, die nach Norwegen reisen möchten

Das Land Fische Tipps für das Angeln auf Leng & Lump
Der Löffel-Tipp Spinnfischen von Land aus Pilken Wirbel & Karabiner
Angeln auf offener See Drillinge&Haken

Klima: Das Klima in Norwegen wird vom Golfstrom stark beeinflußt und ist daher im Winter relativ mild. Die Durchschnittstemperatur in Oslo liegt im Sommer bei ca. 19 °C und auch im Norden kann diese bis 23 °C erreichen. Ab Höhe der Lofoten bleibt die Sonne von Ende Mai bis Anfang August fast 24 Stunden am Himmel. Auch im Süden wird es in dieser Zeit nicht richtig dunkel.

Angeln in Norwegen:
Für das Meeresangeln wird keine Angelkarte oder sonstige Genehmigung benötigt. In der Nähe von Fischfarmen ist ein Mindestabstand von 100 m einzuhalten. Je Person dürfen 15 kg geangelter Meeresfisch sowie ein Trophäenfisch ausgeführt werden.

Größe: 385.364 km²

Küstenlänge: 83281 km

Höchster Berg: Galshøppingen mit einer Höhe von 2.469 Metern

Längster Fluss: Glomma; 598 km

Deutsche Botschaft in Norwegen: Oscarsgate 45, N-0244 Oslo Tel.: 0047-23275400

Einreisebestimmungen:
Für einen Aufenthalt bis zu 3 Monaten benötigen deutsche Staatsangehörige den Reisepass oder den Personalausweis. Für Kinder unter 16 Jahren wird der Kinderreisepass, der Kinderausweis oder der Eintrag im Pass eines Elternteils anerkannt. Alle Dokumente müssen für die Dauer des Aufenthaltes gültig sein.

Zollbestimmungen:
Zollfrei eingeführt werden dürfen. 2 l Bier, 1 l Spirituosen ( bis 60 %) und 1 l Wein ( bis 22%) sowie 200 Zigaretten oder- blättchen und 250g Tabak. Darüber hinaus dürfen 4 l Spirituosen oder Wein und 10 l Bier eingeführt werden, die aber zollpflichtig sind. Mindesteinfuhralter: für Sprituosen 20 Jahre, für Wein, Tabak und Bier 18 Jahre.

Geld, Devisen und Kreditkarten:
Es dürfen ausländische Münzen und Geldscheine im Werte von max. 25.000 Norwegischen Kronen ( ca. 3000 €) eingeführt werden. Für Reiseschecks gibt es keine Höchstgrenzen. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert. Mit EC-Karte kann man an fast allen geldautomaten Geld abheben.

Auto und Verkehr:
Es genügen der Führerschein und Fahrzeugschein (bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil 1).
Da die Mindestdeckungssumme für Sachschäden deutlich unter den deutschen Standards liegt, ist der Versicherungsschutz mit der eigenen Versicherung zu klären.
Die Mitnahme der Grünen Versicherungskarte wird empfohlen, da sie als Versicherungsnachweis dient und z.B. bei einem Unfall die Abwicklung erleichtert.

In Norwegen gelten recht strenge Bestimmungen. Am Tage ist mit Abblendlicht zu fahren. Fahrzeuge, Anhänger und Wohnwagen dürfen eine breite von 2,55 m nicht überschreiten. Die Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften liegt bei 80 km/h. Innerhalb 50 km/h. Auf entsprechend ausgeschilderten Schnellstraßen sind 90 km/h erlaubt. Bei Überschreitungen ist mit strengen Strafen und hohen Bußgeldern zu rechnen. Die Promillegrenze liegt bei 0,2.

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DIE FISCHE IN DEN FJORDEN UND KÜSTENGEWÄSSERN NORWEGENS

Fische in den Fjorden und Küstengewässern Norwegens, Hinweise zum Fang

1. HERING (norwegisch: SILD)
Beißt auf Paternoster (Goldhaken) in fast allen Tiefen. Bis 40 cm.

2.FLUNDER (SKRUBBEFLYNDRE)
In fast jedem Hafen an den Haken zu bekom­men, vor allem über Sandgrund. Naturköder (mit Locklöffel). 20-50 cm.

3.SCHOLLE (RØDSPETTE)
Mit Wattwurm, Garnele oder Heringsfetzen auf Sandgrund zu fangen. 20-60 cm.

4. HEILBUTT (KVEITE)
Der Gigant des Nordens geht in fast allen Tiefen an den Haken, vor allem auf Naturköder. 40-400 cm.

5. MAKRELE (MAKRELL)
Im Sommer massenweise auf (Feder-)Pater­noster zu fangen - und der beste Naturköder im Meer überhaupt. 20-50 cm.

6. POLLACK (LYR)
Oft in Ufernähe, an steilen Kanten und im Frei­wasser zu finden. 30-100 cm.

7. KÖHLER (SEI)
Häufig in großen Schwärmen. Wird meist im Freiwasser auf Pilker und Makks gefangen. 30-130 cm.

8. SEETEUFEL (BREIFLABB)
Nicht hübsch, aber lecker und meist in Ufernähe zu finden. 40-170 cm.

9. STEINBEISSER (GRÅSTEINBIT)
Besonders häufig in Nordnorwegen. Mit seinem Gebiss zermalmt er u.a. Muscheln, Seeigel und Krebse (die auch die besten Köder darstellenl. 40-120 cm.

10. LACHS (LAKS)
Zieht an den Küsten entlang und lässt sich dort auf (geschleppte) Kunstköder fangen.
40-140 cm.

11. WITTLING (HVITTING)
Steht oft schon dicht am Ufer und beißt auf Fet­zen, kleine Pilker und Gummimakks. 20-50 cm.

12. SCHELLFISCH (HYSE)
Oft über Schlammgrund, beißt auf kleine Natur­köder, Pilker und Beifänger. 30-100 cm.

13. LUMB (BROSME)
Bevorzugt tiefes Wasser und natürliche Köder. 30-100 cm.

14. ROTBARSCH (UER)
Liebt tiefes Wasser und lässt sich auf kleinere Naturköder (Fetzen) fangen. 20-100 cm.

15. MEERFORELLE (SJØØRRET)
Gelegentlich an Fjord, Küste und Flussmündun­gen anzutreffen. Beißt auf kleinere Kunstköder. 30-100 cm.

16. STEINBUTT (PIGGHVARR)
Lebt über sandigem bis kiesigem Grund und beißt auf kleine Pilker, Fetzen und Köderfische. 20-90 cm.

17. DORSCH (TORSK)
Beißt auf fast alles. Die großen Dorsche jagen oft im Freiwasser, die kleineren in Grundnähe.
30-150 cm.

18. DORNHAI (PIGGHA)
Norwegens häufigster Hai beißt am liebsten am Grund auf Naturköder. 50-120 cm.

19. LENG (LANGE)
Mit schweren Naturköder-Montagen und Fet­zen-Pilkern in großen Tiefen zu fangen. Steht am Grund. 40-180 cm.

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Angeln auf offener See

Ganz wichtig zu wissen
Ob erfahren oder nicht - niemals alleine auf die offene See hinaus fahren ! Es sollten mindestens zwei, im Idealfall drei oder vier Boote als eine Gruppe hinausfahren. Später komme ich auch noch auf das Angeln im Fjord zurück. Auch da sollte man nie allein mit dem Boot ablegen. Wer auf See ein Problem mit dem nicht anspringenden Motor bekommt und alleine ist, dem hilft ein Ruder nicht. Da hilft nur die Ruhe bewahren und darauf hoffen, dass eventuell ein Fischerboot das Dilemma erkennt und zur Rettung wird. Erste Grundregel ist also Vernunft bewahren oder dem Tod bewußt ins Auge zu sehen. Nur dafür ist man ja nicht nach Norwegen gefahren. Und letztlich: Alkohol gehört ganz klar nicht auf das Boot.

Das Wetter
Bootsausfahrten bitte nur bei sehr gutem Wetter starten. Möglichst nur bei Windstille und ruhiger See. Die Regl lautet; zuerst die weiter entfernten Spots abfahren und dann immer in Richtung Land angeln, um bei Wetterumschwung einen kurzen Weg zum rettenden Ufer zu haben.  

Unabdingbare Hilfsmittel
Seid Euch bewußt, dass Ihr Euch auf offener See in unbekannten Gewässern befindet. Somit sind GPS, Seekartenund Echolot neben einem Reservekanister für Kraftstoff, Ersatzzündkerze und genügend Proviant sowie unbedingt viel Wasser Pflicht. Es bietet sich an, am Vortag der geplanten Angeltour geeignete Stellen auszusuchen. Das sind in Norwegen Unterwasserberge, Plateaus oder auch Löcher. Sprecht mit den Norwegern. Ein Schluck "tyske snaps" lockert deren Zungen. Bei gutem Wetter am Fangtag gilt es früh raus zu fahren. Jetzt könnt Ihr die am Vortage lokalisierten Ziele mit Hilfe des GPS, des Echolotes und Seekartenausschnitten schnell finden. 

Angeln und was man fangen kann
Große Fische verirren sich eigentlich nur selten in die Fjorde. Das geschieht nur bei sehr warmen, sommerlichen Temperaturen bzw. zur Laichzeit. Für Großfische bleibt nichts anderes übrig, als die offene See.

Die Angeltechniken auf offener See sind das Pilken und Naturköderangeln. Hier geht es aber recht tief ab. Somit sind Rollen mit genügend Schnurkapazität bis ca. 500 m notwendig. Wer Köhler oder Rotbarsche fangen möchte, wird nach Plateaus suchen. Mit einer entsprechenden Seekarte ist das kein Problem. Sind diese Stellen gefunden, wird das Echolot genutzt, um die Schwärme auszumachen und dann gezielt zu befischen. Hierbei ist eine Rolle mit Schnurzähler von Vorteil oder ein Schnurzähler, welcher zusätzlich an der Rute montiert wird, von Vorteil. Jetzt kann man Mittels des Echolotes die genaue Tiefe des Schwarmes erkennen und mit dem Schnurzähler genau in diese Tiefe die Montage ablassen, in welcher sich ein Schwarm befindet. Wer Schnurzähler für unnötig hält, markiert sich seine Schnur mit wasserfestem Stift.

Fische, die man in den tieferen Zonen erwarten kann sind: Seeteufel, Seehecht, Rotbarsch, Dornhai, Seewolf, Dorsch, Lumb, Leng sowie Heilbutt. Folgende Ausrüstung (Anhaltspunkt) sollte für diese schwere Naturköderangelei vorhanden sein.

In tieferen Bereichen bietet sich folgende Ausrüstung an:

    Kurze Bootsrute 1,70-2,10 m / WG 50lbs,

    Stabile Multirolle mit großer Schnurfassung,

    500-900m multifile Schnur der 30-50lbs Klasse,

    Bleie von 500-1000g,

    Einzelhaken 10/0-15/0

Stationärrollen sind für große Tiefen ungeeignet, da sich das Angeln in großen Tiefen damit nicht oder zumindest nur unter Hinnahme von Problemen bewerkstelligen lässt. Monofile Schnur ist ebenfalls wegen ihrer Dehnungsfähigkeit nicht gut für das Angeln im Tiefwasser. Die Multirrolle, welche hierbei gefragt ist, sollte schon einmal 500m einer 0,35mm geflochtenen Schnur fassen. Zum Einen wegen der ständigen Drift und zum Anderen, um ausreichende Reserve auf der Rolle zu haben. Große Fische, wie den Heilbutt oder Seeteufel und über 1,0 m lange Dorsche holt man nicht mal nur so nebenbei aus der Tiefe. Beim Anbiss ist auf jeden Fall mit Fluchten der Fische zu rechnen. In der Länge gesparte Schnur, führt dazu, dass man die Fluchten nicht mehr mit einem Drill parieren kann. Die Köder, die ich verwende, führe ich hier gesondert auf.

Gewichte, Bleie
Wegen der ständig starken Strömung und Drift sind Bleie ab 300g erforderlich. Nach oben sind die Grenzen bis zu 1kg fließend. Je tiefer das Wasser und stärker die Strömungen, besonders während des Auf- und Ablaufen des Wassers (Tiden) können extreme Gewichte benötigt werden. Mir persönlich macht das Angeln mit Gewichten über 500g keinen Spaß mehr.

Bei dieser Angelart müssen auch die Kleinteile wie Wirbel, Karabiner, Haken, Ringe etc. besonderen Belastungen standhalten.

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Drillinge und Haken

Das Hakensortiment
Der wesentliche Unterschied zwischen den Haken, die in Norwegen und in der Ostsee verwendet werden besteht in der Hakengröße. Es ist schwierig, eine Hakengröße zu benennen, weil die Anbieter leider kein einheitliches Größensystem verwenden. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist der, dass Norwegen-Haken- und Drillinge, wenn man sie so nennen will, grundsätzlich aus rostfreien Material bestehen sollten. Dies aufgrund des hohen Salzwassergehaltes in norwegischen Gewässern.

Für Zielfische wie Dorsch, Seeteufel, Heilbutt, Katfisch, Köhler und  Leng ist es angebracht, Hakengrößen zwischen 5/0 - 12/0 zu verwenden. Das gute Mittelmaß wäre die Größe 7/0. Das gilt sowohl für Einzelhaken als auch Drillinge. Ihr Vorteil- Die Fische schlucken diese nicht so tief. Bei Fehlbissen sollte man unbedingt seine Hakengröße überdenken. In der Regel hat man bei Fehlbissen zu kleine Haken gewählt. Wie bereits oben erwähnt, gibt es für Hakengrößen kein einheitliches Größensystem. Daher für Norwegen der Tipp: Informiert Euch in norwegischen Fachgeschäften über die die dort üblichen Hakengrößen. Ihr werdet auf freundliche und sachkundige Verkäufer stoßen.

Nachfolgend eine kleine Übersicht der Haken, welche ich verwende:

Für das Naturköderangeln bieten sich sogenannte "Circle Hooks" ( Kreishaken) an. Der Vorteil der Haken besteht darin, dass sich der Fisch aufgrund der Hakenform selber hakt. Ein Anhieb wie bei herkömmlichen Haken ist nicht erforderlich. Beißt der Fisch den Haken mit Köder, reicht es aus, einen Widerstand entgegenzusetzen. Der Haken greift nun nicht im Schlund, sondern gleitet zum Kieferknochen und hakt sich im Mundwinkel fest.

Haken für Norwegen. Der Circle Hook.
langschenkliger Haken ( z.B. Makrele) Norwegen_Makrelenhaken
Drillingshaken Drillingshaken für Norwegenangler
langschenkliger Haken (z.B. Butt) Butthaken_Norwegen

Es bietet sich an, nach Größe sortierte Haken mitzunehmen. Natürlich müssen die Haken immer scharf sein. Ein Hakenschärfer/Wetzstein gehört somit selbstverständlich zur Angelausrüstung.

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Leng und Lumb - erfogreiche Köder

Wie kann man einen Naturköder anbieten ?

Köder für Norwegen

So simpelt es scheint; Köderfisch an den Haken stecken und runterlassen - nein, so einfach geht es beim Angeln auf Leng und Lumb in Norwegen nicht zu. Der häufigste Fehler, der hierbei geschieht ist der, wie der Köder ( Hering oder Makrele) befestigt wurde. Fehlbisse oder gar keine Anbisse sind dann meist die Folge.

Ein Grundsatz gilt immer: der frische Naturköder, gleich, ob Hering oder Makrele, ist vorteilhafter, als ein eingefrorener Köder. Die eingefrorenen Köder sind nach dem Auftauen weicher, fallen eher vom Haken, sind schlechter zu befestigen. Wenn jetzt der Zielfisch daran frißt, wird es eher zu einem Fehlbiss kommen bzw. wird der Angler diesen Bißversuch erst gar nicht bemerken. Blanke Haken sind dann die Folge. Auch muß in Norwegen mit starken Strömungen gerechnet werden, die den Köder vom Haken wegspülen oder auch einfach absaugen. Von daher ist es besser, den Köder mit Draht oder Gummi oder Schrumpfschlauch zu sichern.

Und so könnte es aussehen:

Einen köder richtig anzubringen ist besonders wichtig, wenn es auf leng und Lumb in Norwegen gehen soll Hier ein Schwanzstück eines Herings, das mit zwei Haken versehen ist. Das dicke Ende zeigt dabei nach hinten. Zusätzlich wurde ein Kupferdraht zur Befestigung des Köders an den Haken benutzt.
Hier ein ebenfalls an zwei Haken bestigtes Stück Bauchlappen, welches auch mit Draht gesichert wurde. Der Bauchkiel eines Pollack als Köder befestigt für den Fang von Leng und Lumb
Hering angeködert an zwei Haken Hier ein durch den Kopf eines halben Herings geführter Haken. Der zweite Haken wird nach unten zeigend zum Bauchbereich hinausgeführt. Auch in diesem Beispiel wird mit Draht der Köder gesichert.

 

Größe der Köder: Hierzu gilt wieder der Grundsatz, dass man diese ausprobieren muß. Wie immer gilt auch wieder nicht, dass ein großer Köder auch einen großen Fisch bringt. Da geht es den Fischen, wie den Menschen. Manchmal beißen die "Großen" lieber auf einen kleineren Köder und umgekehrt. Von daher bietet es sich an, eventuell auch den Köderfisch zu wechseln. Also anstatt des Herings die Makrele zu nehmen oder, wenn vielleicht gerade gefangen, einen kleinen Rotbarsch als Köder zu verwenden. Das stellt man jedoch recht schnell fest. Große Leng beißen z.B. sehr gerne an ganze Fische an. Ich habe auch gesehen, dass Angler ganze Seelachse als Köder verwenden. Das ist zum Teil auch sehr erfolgreich. Persönlich sehe ich das allerdings ein wenig kritischer, weil ich einen Seelachs, wenn ich diesen denn schon einmal an der Rute hatte, lieber verspeise, als diesen als Köder zu nutzen. In Norwegen ist es allerdings auch so, dass man kleinere Seelachse häufiger fängt. Ihr Fleisch ist fester, als jenes der Heringe und somit natürlich als Köder besser zu verwenden.

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Der Löffel-Tipp
Wer in der Ostsee auf Flunder oder Kliesche angelt, für den sind kleine Locklöffel eine Selbstverständlichkeit. Selbst vom Boot oder Kutter aus, werden Spinnerblätter an die Ködermontage angebracht.

Wer nach Norwegen zum Angeln auf Heilbutt fährt, ist gut beraten, hier auch mit Spinnerblättern zu arbeiten. Diese sind jedoch größer.

Spinnerblätter für Heilbuttfang in norwegen sind etwas größer

Der Unterschied zum herkömmlichen Spinner ist: Das Spinnerblatt läuft nicht auf einem Bügel, sondern auf dem Metalldraht.

Spinnfischen von Land aus:kuestenkoeder

Alles, was Du brauchst sind - eine leichte Spinnrute, einige Köder, ein Kescher, welcher einen recht langen Griff haben sollte, für steiniges Gelände geeignete feste Schuhe. In Norwegen ist das Angeln vom Ufer aus fast überall möglich. Stellen an denen man Angeln kann, zu finden, ist nicht sehr schwer. Alle Bereiche wo es strömt, sind interessant. Ob ein Sund oder eine Brücke, die bei auf- bzw. ablaufendem Wasser zumeist Hotspots sind oder auch Tangfelder und zerklüftete Felslandschaften versprechen Erfolg. Darüber hinaus ist es natürlich sehr sinnvoll, sich bei Einheimischen über die "heißen Stellen" am Ufer zu informieren. In der Regel liegt das Glück nicht weit entfernt. Zumeist vor der eigenen Ferienhaustür.

Die Zielfische beim Ufer-Spinnfischen sind Makrelen, Köhler, Pollack, Dorsch und Wittling. Es kommen die auch bei uns gebräuchlichen Köder wie Blinker, Spinner, Wobbler, kleine Pilker als auch Gummifische aber auch Twister zum Einsatz. Man sollte schon in der Lage sein, verschiedene Angeltechniken zu variieren. Stehen die Fische am Grund und fressen Kleinfisch, ist natürlich ein kleiner, aktiv geführter Pilker der beste Köder. An Tagen, an denen die Fische eher Krabben, Krebse und anderes Krebsgetier fressen, sind dann eher Shads und Twister in bedeckten Farben, etwas passiver geführt, der Weg zum guten Fang. An Tagen, an denen die Fische oberflächennah auf Futtersuche sind, wird dann ein Spinner, Blinker oder Wobbler für den Erfolg sorgen. Ihr merkt es schon. Auch für Norwegen gibt es keine absoluten Erfolgsrezepte. Beobachten und Probieren sind auch hier das A und O.

Selbstverständlich kannst Du auch mit Naturködern von Land aus das Spinnfischen in Norwegen betreiben. Besonders in den Abendstunden, wenn man vor seiner Unterkunft sitzen und sehr bequem dem Plattfisch, Dorsch, Wittling und Aal nachstellen kann, macht der Urlaub so richtig Spaß. Dabei sind keine besondere Ruten erforderlich. So reichen schon Spinnruten mit einem Wurfgewicht von ca. 80g völlig aus, um mit Naturködern zu angeln. So eignet sich z.B auch eine recht einfache Laufbleimontagen mit Butthaken. Als Köder kommen natürlich zuerst die Wattwürmer, Seeringelwürmer und Fischfetzen vom Hering oder der Makrele zum Einsatz. Aber auch Muschelfleisch oder Garnelen. Eigentlich kann man alles verwenden, was man auch an der deutschen Nord- oder Ostsee einsetzt. Hafenbecken, Kaimauern, Brücken und die Ufer von Fjorden bieten sich in den Abendstunden als gute Plätze an. Natürlich wird der Fangerfolg nicht so groß sein, wie auf dem offenen Meer aus dem Boot heraus. Es heißt also dann, die Erwartungen etwas herunter zu schrauben.

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Pilken in Norwegen

kuestenkoederNicht nur bei uns in Deutschland, auch in Norwegen ist das Pilken die meist angewendete Technik, um die Meeresfische zu verlocken, auf unsere Köder, anzubeißen. Es ist ganz bezeichnend, dass man in Deutschland so tut, als ob das Angeln in Norwegen, im sogenannten "Heiligen Land" etwas ganz anderes sei, als bei uns. Das ist es auch - jedoch nur, weil das Angebot an Fischarten und die Gewässer andere sind. Trotzdem bleiben die Grundregeln gleich. Das Theater, welches um die Gerätschaften , die man in Norwegen benutzen soll oder nicht, nervt mich persönlich eigentlich sehr. Auch hier werden viele Angelfreunde von den Angelgeräteherstellern zu allen möglichen abenteuerlichen Varianten verleitet. Die Norweger selbst, halten sich mit Meinungen zu unseren Ausrüstungen zurück. Das tun sie, weil sie höflich sind. Insgeheim klopfen sich viele Norweger vor lauter Freude über die "verrückten Deutschen" zu Hause auf die Schenkel.

Zu den Angelgeräten:
Hierzu allgemeingültige Ratschläge zu geben, ist äußerst schwierig. Deshalb nehme ich davon auch wissentlich Abstand. Gerne teile ich Euch mit, welche Rute ich in Norwegen benutze. Ich weiß, dass der eine oder andere Norwegenangler jetzt verstört mit dem Kopf schütteln wird. Aber das nehme ich in Kauf.

Meine Ruten für Norwegen sind:
1. Dyno Pilker "L" XS Carbon; WG: 60-120 g, Länge 2,40 m
2. Silverman Boat; WG 100-250 g; Länge 2,10 m ( welch ein Knüppel !, ich weiß)

Auch das Pilken in Norwegen läßt sich eigentlich in zwei Gewichtsklassen einteilen:

lightpilkruteimeinsatz

Leichtes Pilken:
Hierbei spricht man von Ruten mit einem Wurfgewicht von 80-150g. Im Handel werden diese Ruten gerne als „Light Pilk" bezeichnet. Damit Ihr nicht denkt, dass ich solche Ruten nicht kenne, habe ich einmal hier rechts eine davon dargestellt.
Passend dazu wäre aus meiner Sicht eine Stationärrolle mit einer Schnurfassung von gut 300m; 0,15 - 0,20mm geflochtener Schnur.

Schwereres Pilken:
Dazu zählen Bootsruten der Klasse 30 lbs. Hierbei ist eine stabile Multirolle mit einer Schnurfassung von mind. 500m  0,20 - 0,25mm geflochtener Schnur angebracht. Je nach Rute ist der Einsatz von Ködern bis ca. 500 g möglich.

Ich persönlich "quäle" mich lieber mit einer Stationärrolle sowie monofiler Schnur in der Stärke 0,40 mm ab.

Immer wieder diskutiert: Mono oder Geflecht ?
Ganz persönlich ziehe ich den Vorteil der Dehnung, die die monofile Schnur bietet, vor. Sie puffert Kopfstöße und Fluchten aus meiner Sicht besser ab und das Risiko, dass mir ein Fisch entwischt, verringert sich. Den Nachteil, keinen direkten Köderkontakt wie bei einer geflochtenen Schnur zu haben, nehme ich in hin. Der geübte Spinnfischer wird selbstverständlich die geflochtene Schnur vorziehen. Dem ungeübten Neuling bzw. Anfänger empfehle ich auf jeden Fall die monofile Schnur. Erst wenn man richtig das Gefühl dafür hat, wo sich der Köder befindet, wie er sich auf dem Grund bewegt und wie der Fisch im Drill läuft, sollte man , wenn man es denn will, auf eine geflochtene Schnur umsteigen.     

Montage:

Der Aufbau einer Pilkmontage in Norwegen ist mit der beim Angeln in der Ostsee identisch: Hauptschnur - Wirbel mit Karabiner - monofiles Vorfach.

Formen und Farben der Pilker:
Hierauf einzugehen, würde bedeuten, die ganze Homepage vollschreiben zu müssen. Es gibt massenhaft verschiedene Pilkerformen in x- verschiedenen Farben. Wer da von sich behauptet, einen Überlick zu besitzen, schwindelt ein wenig. Laßt Euch aber nicht verrückt machen. Ein Sortiment von etwa 30 Pilkern zwischen 40g und 500g in verschiedenen Formen ist absolut ausreichend. Welcher Pilker in Norwegen der fängigste ist, lässt sich im Vorherein überhaupt nicht sagen oder abschätzen. Am besten, Ihr fragt die Norweger vor Ort. Unterhaltet Euch mit Ihnen. Das ist der beste Rat, den ich Euch hierzu geben kann. Und hört dann auch auf die Ratschläge. Dann habt Ihr auch Erfolg.

Warum so „leicht" wie möglich ?
Auch wenn ich aus der Sicht des einen oder anderen Lesers hier so richtige "Besen" zum Angeln in Norwegen verwende, vertrete ich doch trotzdem die Meinung, dass man immer so leichte Pilker, wie möglich verwenden sollte. Das darum, um besser einen Einfluß auf das Köderspiel nehmen zu können. Umso leichter der Köder, je besser hat man den Köder unter Kontrolle. Und daraus resultiert dann auch ein größerer Fangerfolg. Zu leichte Köder oder Pilker führen dazu, dass man die Köderkontrolle verliert. Also nicht merkt, wo sich der Pilker befindet. Ist er auf dem Grund oder nicht ? Taumelt er oder nicht ? Dann wird das Angeln sehr wahrschgeinlich zu einer Nullnummer. Es ist also am besten, sich systematisch dem Grund entgegen zu bewegen. Das geht nur durch Probieren gut aus. In der Praxis stellt jeder Angler sehr schnell fest , auf welchen Pilker er zurückgreifen muß.

Beifänger: Ja oder nein ?
Das ist auch so eine Gewissensfrage. Fakt ist, dass sich der Wasserwiderstand erhöht. Je mehr Beifänger, umso mehr Widerstand. Ganz klar. Also auch wieder einmal schlechteres Köderspiel sowie daraus dann meist auch resultierend, schlechtere Fangergebnisse. Gut, Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel. Wer z.B. in Grundnähe auf Dorsch oder Schellfisch pilkt, sollte den Beifänger einfach weglassen. Oder höchstens einen Beifänger nutzen. Wer schon einmal aus großer Tiefe zwei Dorsche in der Größenordnung ab ca. 70-80 cm Länge hochgeholt hat, weiß, dass solch ein Drill schon einmal wirklich in Schwerstarbeit ausarten kann. 

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Wirbel und Karabiner

Wirbel
Wie oft werden diese kleinen Zubehörteile doch unterschätzt. Sie sind so wichtig und ihnen wird leider zu wenig Aufmerksamkeit Wirbel für das Angeln in Norwegengeschenkt. Da wird auf den Preis geschaut beim Kauf. Dabei sind zu kleine und/oder zu schwache Wirbel bei jeder Art von Angelei unnütz. Und gerade beim Meeresangeln sind Größe und Stärke eines Wirbels von besonderer Bedeutung. Das entscheidende Kriterium beim Kauf eines Wirbels ist die Tragkraft. Diese sollte auf die Tragkraft ( Schnurstärke) der Schnur abgestimmt sein. Die Regel lautet also eigentlich - starke Schnur = starker Wirbel und umgekehrt.

Die in Deutschland erhältlichen Wirbel für das Angeln in Norwegen sind zumeist völlig ausreichend. Norwegenspezis kaufen recht gern die Wirbel des norwegischen Herstellers Søvik.

Karabiner
Am Wirbel helfen diese uns, schnell und einfach einen Wechsel von Systemen und Pilker vorzunehmen. Sie sind nicht absolut notwendig, tragen jedoch wesentlich zur Bequemlichkeit bei. Gefährlich wird es aber auch bei den Karabinern, wenn man dazu neigt, diese grundsätzlich nach dem Prinzip "Geiz ist geil" auszusuchen. Dabei kann man dann schon auf Qualitäten stoßen, die man sich nicht wünscht. Das sind dann Karabiner, die die Neigung zum selbstständigen Öffnen sozusagen eingebaut haben. Schade, wenn man durch solche Karabiner die gesamte Montage verliert. Das nur, weil sich der Karabiner wie von einer unsichtbaren Macht geführt, geöffnet hat. Also ist auch beim Karabiner darauf zu achten, dass dieser über eine entsprechende Qualität verfügt. Vor der Norwegenangeltour bietet es sich also an, mal den einen oder anderen Karabiner zu kaufen, der im etwas höheren Preissegment liegt, jedoch auch hält, was der Preis verspricht. Ach und ganz wichtig für Norwegen: die Karabiner sowie Wirbel sollten möglichst von rostfreier Qualität sein. Dies insbesondere deshalb, weil die Gewässer um Norwegen stark salzhaltig sind.

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